Eine große Gruppe von Menschen steht auf einem Berggipfel, winkt und hält ein Banner der Organisation Kiwanis und eine ukrainische Flagge.

ZEHN TAGE FRIEDEN FERN DER FRONT

Der Club Zell am See holte 40 Kinder aus der ukrainischen Kriegsregion Saporischschja in den Pinzgau – unterstützt vom Land Salzburg, dem Kiwanis District Austria und einer großen Zahl engagierter Helferinnen und Helfer.

Rund 40 Stunden waren die Kinder im Bus unterwegs, bis sie Ende September 2026 endlich in Zell am See ankamen: 40 Mädchen und Buben im Alter von 9 bis 12 Jahren und ihre fünf Betreuerinnen aus einer der am stärksten vom Krieg betroffenen Regionen der Ukraine. Bis Anfang Oktober waren sie Gäste des Landes Salzburg, des Kiwanis District Austria und des Clubs Zell am See.

Das Ziel der Zeller Kiwanier war von Beginn an klar: Gemeinsam mit ihren Damen wollten sie den Kindern geben, was ihnen zu Hause derzeit fehlt – Sicherheit, Frieden, Ruhe, Freude und unbeschwerte Zeit. Einige Tage ohne Sirenen, ohne die Angst vor Drohnen und Raketeneinschlägen. Das Programm sollte abwechslungsreich und erlebnisreich sein und zugleich ausreichend Raum für Erholung und Zeit für sich selbst lassen.

Ein Quartier mit allem, was Kinder brauchen

Mit dem Jugendhotel Kitzsteinhorn in Zell am See fanden die Organisatoren ein ideales Quartier. Hochseilgarten, Sportplätze und ein eigenes Kino sorgten dafür, dass selbst als „Ruhetage“ gedachte Tage wie im Flug vergingen. Ein großer Dank gilt der Familie Pecile und ihrem Team für die herzliche Aufnahme und liebevolle Betreuung der Gruppe.

Auf dem Berg, am Damm, über dem See

Gleich am ersten Programmtag ging es hoch hinaus: Auf Einladung der Schmittenhöhebahn AG fuhren die Kinder mit der Seilbahn auf den Zeller Hausberg und wanderten über den Höhen- und Erlebnisweg Richtung Sonnkogel. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Sonnkogel Restaurant ging es wieder ins Tal. Es war für alle ein ganz besonderer Tag – und auch die begleitenden Kiwanier freuten sich, die Kinder einmal ohne allgegenwärtige Angst erleben zu können.

Am Donnerstag führte der Weg nach Kaprun. Kiwanismitglieder und die Bergrettung Kaprun organisierten einen Ganztagesausflug zu den Anlagen der Verbund AG mit Staudammführung, spannenden Erklärungen zu den Pumpspeicherkraftwerken Limberg 1 und 2 und einer Begehung des Klettersteigs. Zu Mittag lud die Bergrettung in ihre Hütte am Alpinstützpunkt ein. Ein besonderer Dank gilt der Zellerin Larysa Egger, die während des gesamten Aufenthalts als Dolmetscherin mit großem Einsatz alle sprachlichen Hürden überwand.

Am Freitag spazierte die Gruppe zum Strandbad Seespitz am Südufer des Zeller Sees. Dort warteten schon die Boote der ASBÖ-Wasserrettung und der Freiwilligen Feuerwehr Zell am See, die alle Kinder und Betreuerinnen quer über den See ans Nordufer brachten. Seecamp-Wirt und Clubmitglied Rudi Eder lud alle auf Eis und Getränke ein, bevor es wieder zurück übers Wasser ging.

Tiere, Kühe und Wasserfälle

Der Sonntag führte in den Wild- und Erlebnispark Ferleiten in Fusch an der Großglocknerstraße. Über 200 Wildtiere aus den Alpen und aller Welt, rund 40 Spielgeräte auf 20.000 Quadratmetern und zum Abschluss eine Runde 3D-Black-Light-Minigolf – für die Kinder hätte dieser Tag ruhig noch länger dauern dürfen. Herzlichen Dank an die Familie Mayr-Reisch und ihr Team für den freundlichen Empfang.

Kreativ wurde es Ende September. Die Gruppe wurde geteilt: In Hollersbach empfing Obfrau Resi Innerhofer mit ihren Helferinnen vom Kunst- und Kulturverein KUHOBA die Kinder zum Bemalen von Kühen, die fertigen Kunstwerke durften sie als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Danach stand ein Besuch im Hollersbacher Kräutergarten auf dem Programm. Zu Mittag brachten Fahrzeuge der Feuerwehren Bramberg, Hollersbach und Mittersill die Gruppe nach Krimml, wo die Wasserwelten und die weltbekannten Krimmler Wasserfälle beeindruckten.

Der Pinzgau von oben

Ein buchstäblicher Höhepunkt folgte ebenfalls Ende September: Am Flugplatz Zell am See luden mehrere ansässige Vereine und Unternehmen zu Rundflügen mit Flugzeugen und einem Hubschrauber ein. Außerdem durften die Kinder im Flugsimulator Platz nehmen. Bei strahlendem Flugwetter wurde dieser Tag für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis. Anschließend lud das Restaurant „Die Fliegerei“ auf Eis und Getränke ein. Ein großes Dankeschön geht an den Alps Flying Club, way2fly, Sport Eller, Lasair, Sim320 und die Flugplatz Zell am See Betriebsgesellschaft.

Hoher Besuch im Hotelkino

Am Abend desselben Tages fand im Kino des Jugendhotels der offizielle Teil des Aufenthalts statt. Präsident Leo Winter begrüßte zahlreiche Ehrengäste, allen voran den ukrainischen Botschafter in Österreich, Dr. Vasyl Khymynets, und den ukrainischen Honorarkonsul in Salzburg, Dr. Martin Panosch. Ebenfalls gekommen waren Landtagsabgeordnete Camilla Schwabl, Bürgermeister Andreas Wimmreuter und Vizebürgermeisterin Salome Mühlberger aus Zell am See, Governor Dr. Max Böhler vom Kiwanis District Austria, Dr. Erich Egger als Vorstand der Schmittenhöhebahn AG, die Quartiergeber Bettina und Stefan Pecile sowie Larysa und Max Egger.

Präsident Winter bedankte sich bei allen, die an Planung, Durchführung und Finanzierung des Camps beteiligt waren. Die vielfältige und großzügige Unterstützung so vieler Menschen, Einrichtungen und Firmen sei für ihn einzigartig und überwältigend. In ihren Grußworten gingen die Ehrengäste, allen voran Botschafter Khymynets, auf die Lage in der Ukraine ein und dankten den Zeller Kiwaniern herzlich für ihre Gastfreundschaft. Die Kinder hatten selbstgemachte Geschenke mitgebracht, die sie an diesem Abend an die Anwesenden verteilten.

Ein letzter Nachmittag voller Spiel

Am Mittwoch, dem letzten vollen Tag, spazierten die Kinder zur Villa Kunterbunt, einer wichtigen Jugendeinrichtung in Zell am See. Unter Anleitung des Teams rund um Karin Wenger wurde am Sportplatz gespielt, gelacht und getobt. Danach gab es Kuchen und Torten, gebacken von den Frauen der Zeller Feuerwehr. Am Donnerstag, Anfang Oktober, hieß es schließlich Abschied nehmen.

Danke an alle

Der schönste Lohn für die vielen Stunden der Vorbereitung und Betreuung war das Lachen der Kinder – und das Wissen, dass sie ein paar Tage lang einfach Kinder sein durften, in einem friedlichen Umfeld, das sie in ihrer Heimat derzeit nicht kennen.

Die Zeller Kiwanier danken allen, die diesen Aufenthalt möglich gemacht haben. Stellvertretend für viele Unterstützerinnen und Unterstützer gilt ein besonderer Dank dem Land Salzburg und dem Kiwanis District Austria, die die Finanzierung übernommen haben.

Text KI-unterstützt bearbeitet.

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